Kurzgeschichte der bilateralen diplomatischen Beziehungen
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Rumänien und Bulgarien wurden 1879 auf der Ebene des Büros des diplomatischen Vertreters hergestellt. Später wurde die bilaterale diplomatische Vertretung auf der Ebene der Konsulate, Generalkonsulate, Gesandtschaften und nach 1944 der Botschaften gehoben.
Derzeitig erfolgen die Beziehungen zwischen den zwei Staaten im Rahmen des Freundschafts- Zusammenarbeits- und Guter Nachbarschaftsvertrag, den die zwei Staaten am 27. Februar 1992 in Sofia unterzeichnet haben.
Im Jahre 2004 wurden 125 Jahre seit der Herstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen Rumänien und Bulgarien gefeiert.
Vertretung: Der Botschafter Rumäniens in Bulgarien ist Herr Mihail Roşianu, der seine Beglaubigungsschreiben am 17. Mai 2004 überreichte.
Der Botschafter Bulgariens in Rumänien ist Herr Konstantin Andreev, der seine Beglaubigungsschreiben am 16. Oktober 2004 überreichte.
Honorarkonsulate Rumäniens in Bulgarien: Burgas.
Politische Beziehungen
Besuche der Staatspräsidenten:
- in Rumänien: 1998, 2005 - in Bulgarien: 1997, 2003
- Besuche der Ministerpräsidenten:
- - in Rumänien: 1999, 2000, 2002, 2006 - in Bulgarien: 1998, 2001, 2002, 2005
- Besuche der Außenminister:
- - in Rumänien: 2000, 2005 - in Bulgarien: 1998, 2005
Gemeinsame Erklärungen
· Gemeinsame Erklärung der rumänischen und bulgarischen Ministerpräsidenten, Herr Călin POPESCU-TĂRICEANU und Herr Simeon SAXA-COBURG GOTHA, im Rahmen des offiziellen Besuchs des rumänischen Ministerpräsidenten in Sofia (31. März 2005).
· Gemeinsame Erklärung der Außenminister, Herr Mihai-Răzvan UNGUREANU und Herr Solomon PASSY (Russe, 6. Juni 2005). - LINK
· Gemeinsame Erklärung der Präsidenten Rumäniens und Bulgariens, Herr Traian BĂSESCU und Herr Gheorghi PÂRVANOV, im Rahmen des offiziellen Besuchs des Präsidenten der Republik Bulgarien (Bukarest, 3.- 4. November 2005). - LINK
Wirtschaftliche Beziehungen
Dynamik der Handelsbeziehungen
- in Mio. US-Dollar -
| Jahr |
1999 |
2000 |
2001 |
2002 |
2003 |
2004 |
2005 |
|
Gesamt |
191,62 |
08,95 |
351,0 |
324,54 |
411 |
800,2 |
1129,5 |
|
Export |
36,67 |
244,02 |
202,2 |
176,25 |
217,7 |
451,3 |
735,2 |
|
Import |
54,95 |
69,93 |
148,8 |
148,29 |
193,3 |
348,9 |
394,3 |
|
Saldo |
81,72 |
179,09 |
53,4 |
27,96 |
24,4 |
102,4 |
+340,9 |
In Rumänien gibt es 608 gemischte rumänisch-bulgarische Gesellschaften mit einem Gesamtanlagekapital in Höhe von 11,2 Mio. US-Dollar, mit einem Anteil von 0,07%; Bulgarien steht am 42. Stelle in der Tabelle der in unserem Land tätigen ausländischen Investoren.
Die rumänischen Investitionen in Bulgarien betragen ungefähr 10 Mio. US-Dollar und es gibt 36 gemischte Gesellschaften und rumänische Vertretungen, von denen 9 Gesellschaften mit 100%-ig rumänischen Kapital.
Grenzüberschreitende rumänisch-bulgarische Zusammenarbeit
Das PHARE - Programm für grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Rumänien und Bulgarien begann 1999, gleich nachdem Rumänien für diese Art von Programmen wählbar wurde (laut der Verordnung (EG) Nr. 2760/1998, abgeändert mit Verordnung (EG) Nr. 1956/2002 und laut der Verordnung Nr. 1822/2003, über die grenzüberschreitende Kooperationsprogramme im Rahmen des PHARE - Programms).
Folgende Arbeiten an der Infrastruktur wurden oder werden stattfinden:
- 2 neue Grenzpunkte und Ankauf von 2 Fährschiffen;
- Reparatur 3 km der 3B Nationalstraße, zwischen der Landstraße 3 und Călăraşi;
- Verbesserung der Infrastruktur für den Zugang zum Giurgiu Grenzpunkt mit dem Bau und der Reparatur von ungefähr 6 km, dem Bau einer Brücke über den Sf. Gheorghe Kanal und Modernisierung 400 m der Donaukai, wo sich die Fahrgaststation befindet;
- Verbesserung der Infrastruktur für den Zugang zum Rast-Lom Grenzpunkt mit der Reparatur von ungefähr 32 km und Einrichtung des Gebäudes des Rast Hafens;
· Reparatur in erster Phase von 40 km, die die Verbindung mit dem Turnu Magurele - Nicopole Grenzpunkt herstellt
Im Rahmen der Projekte für den Umweltschutz und Umweltwirtschaft wurden oder werden folgende Einrichtungen zu folgenden Zwecken gekauft:
- integrierte Überwachung der Schwarzmeerküste, der Cama - Dinu Reservation (im Giurgiu-Russe Gebiet);
- Kontrolle der vom Verkehr und von den der Donau entlang unbeweglichen Quellen stammenden Emissionen und Erarbeitung eines Managementplans für die Luftqualität;
- Erhaltung der Biovielfältigkeit in der Süddobrudscha und Erarbeitung eines Forstwirtschaftsplans in Zusammenarbeit mit den bulgarischen Partnern;
- Bildung eines gemischten Überwachungs- und Informationssystems für das Untergrundwasser zwischen Rumänien und Bulgarien.
Im Rahmen der Projekte für die gesellschaftlich-wirtschaftliche Entwicklung wurden oder werden eine Reihe von gemeinsamen Aktionen zwischen Rumänien und Bulgarien in die Tat umgesetzt; diese Projekte zielen auf die Verstärkung der wirtschaftlich-gesellschaftlichen Beziehungen und des Kultur- und Handelsaustausches ab.
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.mie.ro/_documente/cbc/2004_2006/RoBg/index.htm
Konferenz „Rumänisch-bulgarische grenzüberschreitende Kooperation – Wirklichkeit und europäische Ziele”
Am 27. Januar 2006 wurde in Russe die Konferenz „Rumänisch-bulgarische grenzüberschreitende Kooperation – Wirklichkeit und europäische Ziele” veranstalt.
Diese Konferenz wurde durch die Initiative der zwei Außenminister, Mihai-Răzvan UNGUREANU und Ivailo KALFIN ermöglicht.
An dieser Konferenz nahmen Vertreter aller rumänischen und bulgarischen Lokalbehörden teil, die der rumänisch-bulgarischen Euroregionen angehören oder Partner an bestimmten Programmen für grenzüberschreitende Kooperation mit europäischer Finanzierung sind.
Die Konferenz „Rumänisch-bulgarische grenzüberschreitende Kooperation – Wirklichkeit und europäische Ziele” machte einen starken Eindruck auf die Zentral- und Lokalbehörden in Rumänien und Bulgarien, die an bestimmten Projekten für grenzüberschreitende Kooperation mit europäischer Finanzierung beteiligt sind.
Die Konferenz war ebenfalls eine Gelegenheit für die Verstärkung des Dialogs zwischen den Vertretern der Lokalbehörden beider Staaten.
Zusammenarbeit im Rahmen der Euroregionen
I. Euroregion “Donau 21“
Die Gründungsurkunden des Vereins für grenzüberschreitende Zusammenarbeit „Donau 21” haben die Bürgermeister der Städte Calafat, Vidin und Zaicear am 18. Januar 2002 in Vidin unterzeichnet.
Dieser Region gehören Städte und Dörfer der Ufergebiete der Donau: in Rumänien (die Stadt Calafat, die Gemeinden Poiana Mare, Desa, Cetate und Ciupercenii Noi), in Bulgarien (die Stadt Vidin und die Ortschaften Rujniti, Macriş, Belogradcic, Lom, Kula, Dimovo und Novo Selo) und in Serbien und Montenegro (die Stadt Zaicear und die Ortschaften Sokobania, Kladovo, Bolivat, Kniajevat, Bor, Negotin und Madanpec) an.
Zu den Projekten, die an vorderster Stelle stehen, zählen:
§ Bau einer Gasleitung, die Calafat, Vidin und Zaicear verbinden soll;
§ Umweltschutzprojekte;
§ Eröffnung der Informationszentren für den Geschäftsbereich;
§ Einrichtung einer Freihandelszone;
§ Messeveranstaltung;
§ Reparatur der Straßen und der Heizversorgungssysteme, der Kanalisationssysteme und der Wasserversorgungssysteme in den Ortschaften der Euroregion.
II. Euroregion “Giurgiu – Russe”
Die Euroregion Giurgiu – Russe wurde mit der von den Bürgermeistern der Großstädten Giurgiu und Russen am 23. April 2001 in Giurgiu unterzeichneten Vereinbarung gegründet und dieser Region gehören das Rathaus Giurgiu, das Rathaus Russe und die Nichtregierungsorganisation Energieagentur der Stadt Russe an; die Einwohnerzahl dieser Region ist 270.000.
Die Euroregion hat ein gemeinsames Sekretariat und eine Umwelt- und Gesundheitskommission, die vierteljährig zusammenkommt und Themen wie den Umweltschutz, die öffentliche Gesundheit und die Tiergesundheit besprechen und den Lokalbehörden der zwei Großstädte die vereinbarten Lösungen vorlegen.
Im Rahmen des Zusammentreffens der Bürgermeister im Juni 2002 wurde eine Reihe von gemeinsamen Projekten untersucht und genehmigt:
· Abwasserbehandlung mittels getrennter oder gemeinsamer Abwasseranlagen; Minderung der infolge der Heizung der zwei Städte entstandenen Emissionen (Kohlenkraftwerke);
· Einrichtung der Küste an beiden Donauufern;
· Erarbeitung der Strategie für mittel- und langfristige Entwicklung der Euroregion.
III. Euroregion “Süddonau”
Diese Euroregion wurde im März 2001 gegründet und enthält Vereine der grenzüberschreitenden Kooperation aus Rumänien und Bulgarien. Die rumänischen Mitglieder der Euroregion sind: Verband Süddonau zusammengesetzt aus den Lokalräten der Großstädte Alexandria, Turnu Măgurele, Roşiorii de Vede und Zimnicea (Bezirk Teleorman), wobei die bulgarische Seite von dem Verband “Evroregion Dunav Jug” vertreten ist. Die Zentrale der Euroregion ist in Sviştov (Bulgarien).
IV. Euroregion “Danubius”
Die Euroregion Danubius wurde im Jahre 2002 auf Initiative des Kreisrats Giurgiu und des Rathauses Russe gegründet und dieser Region gehört der Bezirk Russe in Bulgarien und der Bezirk Giurgiu in Rumänien an.
V. Euroregion „Mittlere Donau–Eisentore”
Infolge einer gemeinsamen Initiative der Kreisräte aus Rumänien, Bulgarien und Serbien und Montenegro wurden am 6. Oktober 2005 das Partnerschaftsabkommen und die Satzung der Euroregion „„Mittlere Donau–Eisentore” in Vidin unterzeichnet; zu dieser Euroregion gehören die Bezirke Mehedinţi (Rumänien), Vidin (Bulgarien) und die Stadt Kladovo – Bezirk Bor (Serbien und Montenegro).
Da diese Region vor kurzer Zeit gegründet wurde, gab es keine grenzüberschreitenden Kooperationsprojekte in dieser Euroregion, aber Experten der drei Staaten trafen in Vidin zusammen und nahmenMaßnahmen zur Erarbeitung von Projektentwürfen, die in der Zukunft eingeführt werden.
Gleichzeitig arbeiten auch die Rathäuser der Städte Drobeta - Turnu Severin, Orşova und Vidin zusammen, aber auch die serbische und rumänische Leitung des Nationalparks „Eisentore”. Dieser Zusammenarbeit möchte sich in naher Zukunft auch die bulgarische Seite anschließen, indem sie ein Umweltprojekt für den Park vorlegen wird.
VI. Euroregion „Untere Donau”
Am 15. November 2001 wurde in Călăraşi das Abkommen zur Gründung der Euroregion der „Unteren Donau“ unterzeichnet; dieser Region gehören die Bezirke Călăraşi, Ialomiţa und Constanţa (Rumänien) und Silistra und Dobric (Bulgarien) an.
Die Hauptziele der Zusammenarbeit im Rahmen dieser Euroregion sind:
· Entwicklung und Harmonisierung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen;
· Entwicklung und Anwendung der modernen Technologien;
· Umweltsicherheit, Prävention der Verschmutzung des Donau- und Schwarzmeerbeckens, Prävention oder Einschränkung der Folgen oder industriellen Unfällen und der Naturkatastrophen, Vermehrung der Herstellungsverfahren, die den Umweltanforderungen entsprechen;
· Harmonisierung der Infrastrukturen, einschließlich der Energiesysteme, der Transport- und Kommunikationsnetze;
· Erweiterung der grenzüberschreitenden Beziehungen und die Verstärkung der Zusammenarbeit in folgenden Bereichen: Rechtsrahmen, Wissenschaft, Bildung, Kultur, Sport und Jugend;
· Sicherung und Förderung der Gleichheit der Chancen für die Mitglieder der Minderheit und der Mehrheit in allen Bereichen des Wirtschafts-, Gesellschafts-, Politik- und Kulturlebens;
· Förderung des Tourismus und der Freizeitaktivitäten.
Rumänische Gemeinschaften
Im Rahmen der im Jahre 2001 vorgenommenen Volkszählung stellte sich heraus, dass es in Bulgarien 10556 Arumänen und 1088 Rumänen wohnen. Sie gruppierten sich in dem Verband der Walachen in Bulgarien (mit dem Sitz in Vidin), der Gemeinschaft der Rumänen in Bulgarien und dem Verband der Walachen in Ostbulgarien.
Abteilung für Westeuropa – Mitteleuropa – Juni 2006 |